Weihnachten is coming – Brettspielideen für Heiligabend

Wer sich mit dem Satz „Weihnachten is coming.“ identifizieren kann, dem geht es mit der alljährlich Geschenksuche ähnlich wie mir. Ich bin nicht sonderlich gut im Basteln, male wie ein Sechsjähriger und durch die Corona-Einschränkungen ist auch das gemeinsame Weggehen stark eingeschränkt. Eine Form der weihnachtlichen Nerd-Unterhaltung funktioniert aber nach wie vor hervorragend (also abseits von einer Weihnachts-PnP-Runde): Brettspiele!

Da ich selbst noch auf der Suche nach einen feinen Tabletop Brettspiel für meine beste Freundin bin, freue ich mich hier natürlich auch über eure Vorschläge. Ansonsten würde ich auch einfach mal die meinen für einen schönen Weihnachtsabend vorschlagen. Dabei gilt, alle folgenden Spiele habe ich selbst gespielt (die Liste ist damit selbstverständlich tendenziös), keines der Spiele dauert länger als eine Stunde, ist aufgrund der leichten Regeln direkt nach der Bescherung spielbar und kostet zwischen 15 bis 35€.

Munchkin

Wer den Klassiker der Rollenspielparodie noch nicht kennt, sollte ihn sich auf jeden Fall einmal zulegen, zumal er nur etwa 15€ kostet. In Munchkin geht es darum, dass alle Spieler versuchen, zuerst den Höchstlevel von 10 zu erreichen. Dazu sind alle fiesen Tricks (wirklich alle) erlaubt. Gespielt wird ausschließlich mit Handkarten, mit den der eigene Charakter, etwa über eine Rollenspielrasse oder Ausrüstung verbessert, oder die Kämpfe der Mitspieler erschwert werden können.

Eigentlich gibt es nur zwei Mechanismen, nämlich ein Monster zu bekämpfen und Schätze zu looten. Doch da sich fast alle Handkarten gegen die anderen Spieler einsetzen lassen und nur einer Stufe 10 erreichen kann, entsteht ein umkämpfter Aufstieg um den ersten Platz mit vielen, gemeinen Überraschungen und witzigen Klischees.

Berge des Wahnsinns

Eigentlich ist das Setting des Spiels, welches sich an H.P. Lovecrafts wohl bekanntester Geschichte: „Die Berge des Wahnsinns“ orientiert, ziemlich ernst. Cthulhu versteht nämlich normalerweise keinen Spaß. Das Spielkonzept hingegen macht das Kommunikationsbrettspiel aber zu einer unterhaltsamen Runde, die selbst auf Partys gespielt werden kann.

Narrativ geht es darum den namensgebenden Berg zu erklimmen und mit so vielen Relikten wie möglich wieder zu entkommen. Spielmechanisch besitzt jeder eine Anzahl von Handkarten, die alle eine bestimmte Menge Waffen, Kisten, Werkzeuge usw. zeigen. Die Aufgabe ist nun simpel. Jedes Feld, auf das man ziehen kann, erfordert eine bestimmte Menge dieser Symbole. Die Spieler sprechen sich nun also ab, wer welche Karten verdeckt ablegt. Am Ende der 30 Sekunden werden die Karten umgedreht und geschaut, ob die Mengen stimmen. Wenn nicht, gibt es Strafen, die das Spiel schwerer machen.

Am Anfang ist das noch relativ leicht, weil jeder mehr oder minder ganz normal reden kann. Wer aber schon mal irgendetwas mit dem Universum zu schaffen hatte, weiß, dass der Wahnsinn einem dabei sehr schnell einen Strich durch Rechnung machen kann. Mit jedem Zug werden die Spieler wahnsinniger und das heißt, sie sind bestimmten Kommunikationsregeln unterworfen. Das geht leicht los, wie das sie mit Akzent sprechen oder reimen müssen und wird dann immer schlimmer. Auf einmal fühlen sich Spieler nur angesprochen, wenn der Name ihres IT Charakters genannt wird oder faszinieren sich für Bärte. Daraus entstehen verrückte und lustige Verbalherausforderungen. Aufgabe der Spieler ist es ab dann also auch herauszufinden, worin der Wahnsinn der anderen besteht und wie sie ihm umgehen können. Kommunikation ist in diesem Spiel alles.

Imperial Settlers

Wer es lieber zur heiligen Nacht gemütlich mag, der kann mit dem Dorfaufbauspiel Imperial Settlers wenig verkehrt machen. Bis zu vier Spieler übernehmen hier die Führung über Römer, Ägypter, Barbaren oder Japaner. Am Anfang jeder Runde werden Rohstoffe produziert, die dann für Handkarten, die allesamt Gebäude sind, ausgegeben werden können.

Ziel ist es, möglichst viele Siegpunkte zu sammeln. Das heißt, am Anfang wird die eigene Rohstoffproduktion aufgebaut und dann Synergien zwischen den Karten gesucht. Dabei haben die Spieler Zugriff auf ein allgemeines Deck, in dem sich alle möglichen Karten befinden, und ihr volksspezifisches Deck, dass bestimmte Strategien unterstützt.

Das kann sein, sich auf eine bestimmte Rohstoffart zu spezialisieren und diese dann zu Siegpunkten weiterzuverarbeiten oder bestimmte Farben (Gebäudearten: alle Produktionsgebäude sind grau, alles was mit Gold zu tun hat ist gelb usw.) sammeln und diese dann einen Farbmultiplikator (jedes graue Gebäude gibt 1 Siegespunkt) verwerten oder möglichst viele Gebäude bauen (die alle Siegpunkte geben), Spieler ärgern (besonders die Barbaren erfreuen sich daran, Spielergebäude zu zerstören und dafür Siegpunkte zu bekommen) oder oder oder. In den meisten Spielen liefen das Wettbauen aber sehr friedlich und entspannt ab. Die Regeln sind zudem so einfach, dass ich es sogar mit meinen Großeltern spielen konnte.

Es gibt sicher noch viele andere tolle Spiele, die sich zum Spielen nach der Bescherung eignen. Wenn ihr dazu eigene Vorschläge habt, dann würde ich mich freuen, wenn ihr sie in den Kommentarbereich posten könntet. Ansonsten wünsche ich jeden Leser schon einmal ein besinnliches Fest!

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