Kleine Weihnachtsgeschenke für Rollenspieler

Die besinnliche Zeit ist wieder angebrochen. Jeder, der mal in die Verlegenheit kam, zu spät eine schöne Idee für ein Geschenk zu haben, weiß, wie schnell diese Besinnlichkeit in Stress und Arbeit ausarten kann. Dabei geht es, meiner Meinung nach, bei Geschenken nicht um Konkretes, sondern um gedankenvolle Gesten, mit denen wir den Beschenkten unsere Zuneigung und Aufmerksamkeit widmen. Für mich war es dabei immer wichtig, nicht irgendwelche Kauflisten oder Geldscheine zu verpacken, sondern in das Geschenk ein wenig Fleiß und Arbeit fließen zu lassen. Im Falle des Hobbys ist das stellenweise gar nicht einmal so schwer. Deswegen will ich euch kurz vor dem Fest ein paar Anregungen für Geschenke an Rollenspieler vorstellen.

1. Die Weihnachtsrunde

Ich hatte einmal einen Meister, der war weit von zuhause entfernt und hat die Feiertage lieber mit seiner Runde verbracht, als den langen Weg Heim auf sich zu nehmen. Nach dem Festessen bei unseren Familien haben wir uns dann am Abend bei ihm getroffen und die Weihnachtsrunde begonnen. Das waren Runden, die eine tolle Idee hatten, die unabhängig von der bisherigen Kampagne waren und einfach Spiel auflockerten. Das konnten One-Shots von Systemen sein, deren Welt uns immer schon fasziniert, aber für die sich bisher noch nie jemand in die Regelwerke eingelesen hatte.
Von einer besonders kreativen Idee will ich hier berichten. Wir spielten damals Advance Dungeon und Dragons (ja, es ist schon eine ganze Weile her) und wir waren alle Fans der Baldurs Gate Reihe gewesen. Deswegen traten an jenen Abend in der Taverne 2 Illusionsmagier an unseren Tisch und fragten, ob wir nicht Interesse an einen Vergnügungsangebot der ganz besonderen Art hätten. Es würde vollkommen ungefährlich sein und wir würden damit neue Perspektiven ergründen können. Kaum hatten sie ausgesprochen, willigte die Gruppe ein und der Meister kramte einige Charakterbögen von Stufe 14 Klassen aus (wir waren damals erst Stufe 7-8). Jeder wählte sich einen optimal ausgerüsteten Charakter und gemeinsam betraten wir die Illusion mit dem Titel, das Auge des Terrors. Es begann, in guter Baldurs Gate Manier, ein klassischer Dungeon, ohne zusammenhängende Geschichte. Wir hackten und schnezelten uns von Raum zu Raum, von Schatztruhe zu Schatztruhe. Aufgrund der Macht unserer Charaktere und der dem Weglassen einer übergeordneten Geschichte, konnte die Spielleitung uns jedes erdenkliche Monster in Kombination mit jedem anderen erdenklichen Monster vor die Nase setzen und das war toll. Zwischen den Kämpfen gab es immer wieder Abzweigungen, Rätselpassagen, Hindernisse und Fallen. Für jede abgeschlossene Herausforderung erhielten wir einen Kristall, der, sobald der Dungeonrun beendet wurde, dann in Erfahrungspunkte ausgezahlt wurde. Dadurch waren wir hochmotiviert absolut jeden Winkel des Dungeons zu erkunden und jeden Raum zu säubern. Am Ende kam dann der namensgebende Betrachter, der uns einen tödlichen Kampf lieferte.
Es war ein sehr schöner, losgelöster und dennoch durch die Erfahrungspunkte für die Kampagne relevanter Abend.

2. Selbstgebaute Würfel

Nichts ist für Rollenspieler faszinierender als das kleine Schicksalsquader. Würfel kommen als Geschenk immer gut an, noch mehr, wenn man sie vorher selbst hergestellt hat. Das ist einfacher, als man denkt. Da gibt es zuerst die einfache Papierwürfelvariante. Die ist sehr schnell gemacht, leider aber labil. Lange lässt sich ein Papierwürfel nicht nutzen, bevor seine Kanten einknicken und das Würfeln ein bloßes Werfen wird. Gebaut wird er wie folgt:

Auf die einzelnen Seiten können nun freie Texte geschrieben werden. Ist das Blatt ausgedruckt, kann der Würfel ausgeschnitten und zu einem Kubus gefaltet und mit Klebeband befestigt werden. Dazu gibt es auch noch diverse Varianten. Einige kleben erst die Hölzer von Streichhölzern zusammen, um ein stabileres Gerüst zu haben und darüber wird dann das Papier gestülpt, andere nutzen Pappe als bedrucktes Material.
Die zweite Bauform, die ich euch vorstellen will, ist aufwändiger aber erschafft auch einen tatsächlich nutzbaren Würfel. Man benötigt nicht mehr, als sich einen unbemalten Holzwürfel zu bestellen und einen Lötbrenner zu besitzen. Die einzelnen Seiten werden auf dem Würfel vorgemalt und dann mit dem Lötbrenner nachgezogen. Dadurch bleibt ein beständiges Muster auf einen beständigen Würfel.

Ist das geschafft, sollten die Würfelseiten nur noch personalisiert werden. Mein damaliger Meister war zum Beispiel oft genervt, dass wir unaufmerksam waren, weil wir in der Gruppe wieder irgendwas diskutiert haben. Deshalb wir die Würfelseiten mit Sätzen verziert wie: „Klick.“, „Initiative!“, „Würfle auf dein Inventar.“ usw. Da sind der Fantasie nur Platzgrenzen auf den Würfelseiten gesetzt.

3. Larp-Essen

Man muss kein Larper sein und keine Gewandung besitzen, um die zahlreichen Angebote eines „Ritterschmauses“ nutzen zu können. Im Rahmen der Besinnlichkeit aber auch des besonderen Erlebnisses lässt sich solch ein Abend recht unkompliziert organisieren. Die Angebote sind meistens leider sehr teuer (50 Euro pro Person war es bei mir), bieten aber mit Spielmännern, eigenen Tischsitten und Gerichten sowie kleineren Einlagen beim Essen auch Denkwürdiges. Als Rollenspieler geht einem bei dem Ambiente und dem Spiel sowieso das Herz auf.

Das wären meine Ideen für last minute Geschenke für Rollenspieler. Vielleicht kennt ihr noch ein anderes tolles Geschenk? Dann lasst es mich im Kommentarbereich wissen! Ich wünsche euch auf jeden Fall ein frohes Fest, einen guten Rutsch und dabei möglichst wenig Stress!

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