Letzte Woche war ich bei der sogenannten Brettspielbox und empfand das Erlebnis als so positiv, dass ich euch gerne kurz darüber berichten möchte.
Rahmendaten
Die Brettspielbox ist zunächst ein Blog von Christoph Post, der auf seiner Seite (https://brettspielbox.de/) über Neuheiten, Schnäppchen und Messen zum Thema Brettspiele berichtet. Es handelt sich also nicht um einen Verlag oder ein Unternehmen, sondern um einen Enthusiasten, der andere Begeisterte gefragt hat, ob sie sich zum Brettspielen ein Wochenende zusammensetzen wollen. Das Ganze fand dann in einem Pfarrhaus in Bonn statt. Zudem kam ein fleißiges Team zusammen, dass Verpflegung, Naschwerk aber auch für Kneipenquiz und Catan-Turnier organisierte. Auf einer Bühne gab es Regale, in die Gäste ihre Spiele kostenfrei zur Verfügung stellten und jeder sich ein Spiel nehmen konnte. Das Spielangebot beruhte also auf Freiwilligkeit, wobei im Vorfeld bereits in WhatsApp-Gruppen eine Spieleliste befüllt und Spielerunden notiert wurden. Das hat tatsächlich gut funktioniert und sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Die durchschnittlichen Besucher waren um die 30, ich habe keine Kinder darunter gesehen, hauptsächlich Kenner- und wenige Expertenspieler.
Für mich war es noch im Besonderen interessant, weil mir tatsächlich ein Tisch zur Präsentation meines Prototypen gegeben wurde. Das ist eine Möglichkeit, die man als Brettspielentwickler nur selten hat. Christoph hat mich und einen anderen Brettspielbauer sogar auf die Bühne geholt, damit wir im Anschluss der Begrüßungsrede, auf unsere Prototypen hinweisen konnten. Die Kosten für das gesamte Wochenende (Fr. 15-00 Uhr, Sa ganzer Tag, So 9-12 Uhr) betrugen 70 Euro. Darin waren aber an allen Tagen Getränke, Speisen und Naschwerk kostenfrei.
Lohnt es sich?
Die von mir positiv beschriebenen Rahmenbedingungen machen auch mein Erlebnis aus. Obwohl ich nur einen Tag da war und ich meinen Prototyp nicht spielen konnte (es wurden hauptsächlich Kennerspiele mit Spielzeiten zwischen 1-3h gespielt und mein Prototyp hat 120min pro Spieler Spielzeit), war es eine tolle Veranstaltung. Alle Brettspieler, denen ich begegnet bin, waren liebe Menschen, die gerne gespielt und sich über ihr Hobby unterhalten haben. Dann hatte das auch mit der Liste und den angebotenen Brettspielen funktioniert. Es war schön, einfach mal Spiele ausprobieren zu können, zu denen man so vielleicht kein Zugang oder auch nicht die richtige Spielergruppe hatte. Ich glaube sogar, es hätte mir deutlich mehr gebracht, wenn ich mich auf das Abenteuer der Fremde eingelassen hätte, anstatt an meinen Tisch auf mögliche Mitspieler zu warten.
Ein zweiter selbstkritischer Punkt ist, dass es sich meiner Meinung bei den Preis vor allem dann lohnt, wenn tatsächlich das vollständige Wochenende dafür genutzt wurde. Von meinen 70 Euro hatte ich eine Flasche Wasser und eine Packung Smarties, dann musste ich schon wieder los. Das ist keine Kritik an der Veranstaltung, aber ein deutlicher Appell, tatsächlich die Zeit zu nutzen.
Alles in allem war es und ist es eine schöne Gelegenheit, andere Spiele und Spieler kennenzulernen. Allerdings heißt das auch, etwas Mut mitzubringen und seine Komfortzone was Spiele betrifft, verlassen zu können. Wer sich das traut, dem erwartet ein durchgängig bespieltes Wochenende der analogen Unterhaltung.
