Mein Umzug nach Koblenz war vollbracht und ich stand erwartungsgemäßg vor dem Problem, dass ich bei meinen Hobbys wieder bei Null anfangen musste. Schließlich hatte ich Freundeskreis und etablierte Strukturen in Halle zurückgelassen. Ich will deswegen hier schreiben, welche Hilfen und Werkzeuge ich genutzt habe, um möglichst schnell in Koblenz Anschluss an meine Hobbys zu finden.
Internetseiten
Das Erste, was ich gemacht habe, war zu googeln. Da bin ich auf die Seiten Gesellschaftsspieler gesucht und Spielerzentrale gestoßen. Letztere hat den Anschein nach überweigend wenig Aktivität und ich hatte damit auch keinen Erfolg gehabt. Erstere allerdings schickt mir regelmäßig Aktivitäten in meiner Nähe, was neu eingetragene Veranstaltungen oder Spieler sein können. Hierüber habe ich dann auch zu Spielern Kontakt aufbauen können. Noch eine Möglichkeit dazu bietet Facebook/ andere soziale Netzwerke und ihre dezidierten Gruppen. Allerdings ist darüber nichts zu stande gekommen, was seltsam ist. Während ich bei den Internetseiten gleich Handynummer und Adresse erhalten habe, kam bei Facebook eher ein „Hey, cool, dass du auch in meiner Nähe spielst“ oder ein „Ja, lass uns mal treffen“ und dann folgte aber nichts weiter. Eventuell sind das statistische Ausreißer, aus meiner Erfahrung bin ich mit der Gesellschaftsspieler gesucht Seite aber am besten gefahren.
Größter Nachteil ist, dass man nicht wissen kann, wen man sich da ins Haus holt. Die Nachrichten sind relativ kurz und es fehlt die Möglichkeit, die Personen einzuschätzen. Das hat mir leider einige unschöne Erfahrungen eingebracht. Das betrifft einmal das Thema Pünktlichkeit und Verlässlichkeit, aber auch Sozialverhalten.
Spieletreffs
Um die oben genannten Nachteile zu umgehen, bin ich gleichzeitig zu verschiedenen Spieletreffs in Koblenz gegangen. Es gibt private, die sich aber nur aller paar Wochen treffen und auch immer wieder ausfallen. Dann gibt es noch geschäftliche. Hier will ich das Spieß Stein Papier nennen, eine Art Brettspiel-Cafe, was allerdings keine Cafe ist (es gibt keine Speisen, aber dafür aber Räume, Tische und Spiele). Die Anwesenheit wird in Stunden bezahlt. Demzufolge werden regelmäßig Events organisiert, damit die Freizeit in dem Laden verbracht wird. Ich war selbst erstaunt, welche motivierende Macht ein Leaderboard mit Highscores in beliebten Spielen hat. Wenn man dann den eigenen Namen da an der Tafel unter den besten Spielern liest und vielleicht nur noch ein Spieler über einen ist, dann ist das Bedürfnis groß, diesen von seinem Thron zu stoßen. Auf jeden Fall ist so ein Hobbytreffpunkt ideal, um verschiedene Menschen für verschiedene Hobbys kennenzulernen.
Nachteil hier sind natürlich die Kosten. Wenn man wie ich eine große Sammlung an Brettspielen zu hause hat, will man dann nicht für einen Tisch pro Stunde 5 Euro bezahlen müssen. Deswegen gehe ich dort nur hin, um mich mit anderen Spielern zu vernetzen, was bisher ganz gut funktioniert hat.
Fazit
Es hat sich gelohnt, beide Wege, den digitalen und den analogen, zu gehen. Anfangs bedarf es immer etwas Arbeit, Mut und Bereitschaft, sich auf neue Gesichter einzulassen. Ist dieser erste Schritt allerdings getan, werden die Spieltermine regelmäßiger. Als ich aus Halle weggezogen bin, begleiteten mich die Ängste, eine liebgewonnene Spielgemeinschaft verloren zu haben. Es war mir nicht klar, ob ich Anschluss in Koblenz finden würde. Ich habe allerdings unterschätzt, wie viele Menschen analoge Spiele schätzen. Was es nur braucht, ist ein Initialmoment. Liebe Menschen, mit denen man gerne spielt, gibt es, gerade in der Brettspiel-Community, mehr als genug. Ich kann daher nur sagen, es lohnt sich, aktiv zu werden, Inserate ins Netz zu stellen und dann auch persönlich zu solchen Spieletreffs zu gehen.
Wenn ihr aus der Nähe von Koblenz kommt, schreibt mir gerne, ob ihr auch Lust auf eine Partie habt ^^
Ich freue mich wie immer über eure Erfahrungen und Tipps!
